von M.V. Ramana
Die indische Regierung ist in Gesprächen mit der japanischen Regierung, deren Ziel ein bilaterales Abkommen über eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Atomenergie sein soll. Dieses Abkommen würde es Indien erlauben, Reaktorbauteile aus Japan zu importieren. Das Hauptargument für Indiens Pläne, die Atomkraft auszubauen, ist der Umstand, dass das Land immer noch an Strommangel leidet und der Strombedarf schnell wächst.
Dreierlei liegt dieser Diskussion zugrunde. Das erste – und das ist das wohl Schmerzlichste – ist die Tatsache, dass Japan, in dem es zur Zeit eine landesweite und starke demokratische Opposition gegen das Wieder-Hochfahren von Atomkraftwerken gibt, plant, Reaktorbauteile an ein Land zu liefern, in dem es ebenfalls eine nicht zu übersehende Opposition gegen die Atomkraft gibt, vor allem bei den Atomkraftwerken, bei denen man sich für Reaktoren entschieden hat, die von Unternehmen wie Westinghouse, General Electric und Areva geliefert werden. Die Gründe für diese Opposition sind nicht schwer zu erraten. Nach dem 11. März 2011 können sich die Menschen, die nahe an einem bestehenden oder geplanten Atomkraftwerk leben, lebhaft vorstellen, dass sie ein Schicksal erleiden können, das dem der Bewohner rund um Fukushima ähnlich ist. Die Atomkraftwerke stehen auch in Gebieten, in denen abertausende Menschen von der Landwirtschaft, vom Fischfang und von ähnlichen Arbeiten leben, und diese Menschen sehen richtigerweise einen Reaktor als eine große Gefahr für ihre Lebensgrundlage. Die Reaktion der indischen Regierung auf diese Opposition war eine Mischung aus Repression, Bestechung und Propaganda. Die Unterstützung für die atomaren Bestrebungen der indischen Regierung zeugt nicht gerade von Respekt vor demokratischen Grundsätzen.… Continue reading